Hochverfügbares SunPlex Cluster

Der Jemen gehört mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner von circa 550 US-Dollar zu den am wenigsten entwickelten Ländern. Viele Jemeniten haben sich eine doppelte Identität zugelegt, um bei mehreren Behörden Gehalt einzustreichen. Das kostet die jemenitische Regierung jeden Monat umgerechnet mehrere Millionen Dollar. Das Gegenmittel liefert der Weltmarktführer für Biometrielösungen: Fälschungssichere Ausweise mit biometrischen Merkmalen.

Als langjähriger Partner der Janz IT AG wandte sich das Unternehmen direkt an das IT-Beratungs- und Lösungshaus, um ein Hochverfügbarkeitscluster für die Biometrie-Lösung im Jemen zu finden.

Ausgangsposition

Rund 90 EUR pro Person kassieren die etwa 150.000 Beamten, die sich beim jemenitischen Ministerium doppelt angemeldet haben, monatlich zu viel. Für die Weltbank war dies Grund genug, insgesamt 4,5 Mio. EUR zur Verfügung zu stellen, um die staatlichen Strukturen im Jemen effizienter zu machen.

Die Entscheidung fiel auf ein automatisiertes Fingerabdruck-Identifikationssystem eines weltweit agierenden und erfolgreichen Unternehmen auf dem Gebiet biometrischer Identifikations-Systeme. Bei der Lösung handelt es sich um fälschungssichere Ausweise mit biometrischen Merkmalen. Auf der Vorderseite gibt es ein Foto und einen normalen Fingerabdruck. Auf der Rückseite sind über einen zweidimensionalen Strichcode die Daten von weiteren Fingern aufgenommen.

Anforderungen

Trotz der Erdöl- und Erdgasvorkommen, deren Förderung rund 70% der Staatseinnahmen ausmacht, zählt das Land zu den ärmsten der arabischen Welt. Aufgrund von Wassermangel kann nur ein kleiner Teil des Landes als Ackerland genutzt werden; 75% der Nahrungsmittel werden eingeführt. In den trockeneren Landesteilen wird Viehzucht betrieben, die traditionell in den Händen nomadischer Beduinen liegt. Einziger industrieller Großbetrieb ist die Erdölraffinerie in Aden.

In diesem Land, in dem IT noch nicht denselben Stellenwert hat wie in Europa, stellt eine hochverfügbare IT-Lösung besonders hohe Ansprüche. Da es im Jemen nur sehr wenige IT-Experten gibt, welche die hochkomplexen Systeme bedienen können, muss die Lösung möglichst wartungsarm sein. Eine intensive Schulung wurde zur Bedingung gemacht. Außerdem muss der schwankenden Stromversorgung begegnet werden.

Umsetzung

Die Experten der Janz AG gingen in zwei Schritten vor. Zunächst wurden die „normalen“ Anforderungen an die IT-Lösung erarbeitet, dann die spezifischen, die auf den Erfordernissen der besonderen Umstände im Jemen beruhen. Auf dieser Basis wurde ein Konzept für eine IT-Infrastruktur erarbeitet, welches die Einführung eines SunPlex Clusters und einer Oracle-Datenbank für die Speicherung der Fingerabdrücke umfasst. Bei der SunPlex Umgebung übernehmen bei Ausfall eines Clusterknotens die verbleibenden Knoten automatisch die entsprechende Arbeitslast, verkürzen die Ausfallzeit und sichern die Verfügbarkeit kritischer Anwendungen. Diese HA-Lösung wurde schlüsselfertig im Janz IT Competence Center in Hamburg assembliert, dann nach Sana´a exportiert und dort gemeinsam mit dem Auftraggeber implementiert. Im Anschluss hat Janz eine Schulung für die jemenitischen Anwender durchgeführt.

Nutzen

Das Projekt wurde von der Weltbank als eines der erfolgreichsten IT-Projekte weltweit bewertet. Nach dem Aussieben der Karteileichen im Jemenitischen Ministerium sind von den 500.000 Beamten noch 350.000 geblieben. Mit dem Ziel, rund 150.000 Betrüger aufzuspüren, die durchschnittlich 90 € pro Monat zu viel kassieren, beträgt das Sparpotential rund 13,5 Mio. € monatlich.

 
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